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Ausgabe 162 · 19. Dezember 2025                    www.werder-life.de                                           Seite 4

                                                                        Sechzig Jahre Feuerwehr –
                                                             und eine Freundschaft, die geblieben ist


                                                                                wichen. Zu den frühen Einsät- Unfälle  auf  der  Autobahn.
                                                                                zen  zählten  Böschungsbrän- „Wir haben viele tödliche Un-
                                                                                de entlang der Bahnstrecke,  fälle erlebt“, sagt Schulz. Der

                                                                                verursacht  durch  Funkenflug  Austausch danach half, die

                                                                                der Dampfloks. Bei Gewittern  Eindrücke zu verarbeiten.
                                                                                saßen die Kameraden im Ge- Technischer  Fortschritt:  1991
                                                                                rätehaus in Bereitschaft, bereit  erhielt  die  Feuerwehr  ihren
                                                                                zum Helfen.             ersten  hydraulischen  Ret-
                                                                                Neue Räume, neue Aufgaben:  tungssatz, 1992 folgte ein
                                                                                Mit dem Umzug ins Gerä- Tanklöschfahrzeug vom Pek-
                                                                                tehaus in der Kemnitzer Stra- tinwerk, später ein neues
                                                                                ße begann ein neues Kapitel.  Löschfahrzeug und Rüstwa-
                                                        Erhard Schulz und  Wilfried   Schulz lebte dort 30 Jahre mit  gen. Damit war Werder gut
                                                        Krüger gehören derweil  seit   seiner Familie, Krüger arbei- für Autobahneinsätze gerüs-
                                                        2008 und 2010 zur Alters- und   tete parallel bei der Berufs- tet. Auch schwere Lagen blie-
                                                        Ehrenabteilung der  Freiwilli-  feuerwehr Potsdam. Der erste  ben  in  Erinnerung,  etwa  der
                                                        gen Feuerwehr Werder (Ha-  große Einsatz kam 1973 beim  Hallenbrand  2004,  bei  dem
                                                        vel).                   Brand der Mühle auf der Insel,  Einsatzleiter  Stephan  Kranig
                                                                                gefolgt vom Waldbrand bei  verletzt wurde und sich voll-
                                                        (red) Werder. Erhard Schulz  Seddin 1976, als die Flammen  ständig erholte – heute ist er
                                                        und Wilfried Krüger, beide 75,  über die Autobahn sprangen.  Stadtwehrführer.
                                                        sind seit  sechs Jahrzehnten  Ende  der  1970er-Jahre  ver- Seit 2008  und  2010  gehören
                                                        Teil  der  Feuerwehr  Werder  pfl ichtete  der  Rat  der  Stadt  Schulz und Krüger der Alters-
                                                        (Havel). Ihre  Geschichte  er- Bürger zu drei Jahren Feu- und Ehrenabteilung an. Sie
                                                        zählt vom Wandel des Einsatz- erwehrdienst,  weil Personal  haben erlebt, wie aus engen
                                                        geschehens, von technischer  fehlte – viele blieben aus Über- Garagen eine moderne Feuer-
                                                        Entwicklung – und von Kame- zeugung.  Mit  der  Wende  ver- wehr wurde – und dass ihre
                                                        radschaft. Sie kennen sich seit  doppelten sich die Einsatzzah- größte Stärke immer das Mit-
                                                        der Schulzeit, engagierten sich  len, vor allem durch schwere  einander war.
                                                        gemeinsam und wurden nun
                                                        geehrt: Beide erhielten vom
                                                        Land Brandenburg die Medail-
                                                        le für treue Dienste in Gold für
                                                        60 Jahre Pflichterfüllung.

                                                        Von der Schulbank ins Gerä-
                                                        tehaus:  1962 begann  alles in
                                                        der Arbeitsgemeinschaft „Jun-
                                                        ge  Brandschutzhelfer“.  Dort
                                                        übten bis zu zwanzig Jugend-
                                                        liche Feuerwehrknoten, Kü-
                                                        belspritze  und  Löschgruppen-
                                                        aufbau. 1965 folgte der aktive
                                                        Dienst. Das kleine Depot hin-
                                                        ter der Polizei, zwei Fahrzeu-
                                                        ge, rußige Garagenluft – und  Die Jungen Brandschutzhelfer 1963_vorn rechts Wilfried Krü-
                                                        Sirenen,  die  später  Funkmel- ger, hinten 2. v. rechts Erhard Schulz.
                                                        dern und digitalen Pagern                      Fotos: Sammlung Erhard Schulz
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